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Das erste Gehalt - sauer verdient bei all dem Einsatz der ersten Wochen als Assistenzarzt.

 

Nach den langen Jahren des Studiums, ewigem Gerechne zwischen elterlichen Aufwendungen, Nebenjobs als Tutor oder Nachtwache und Studienkrediten kehrt wenigstens auf dem Konto die lang ersehnte Ruhe ein.

 

Das Gehalt als Assistenzarzt in Deutschland ist durchaus in Ordnung und liegt im oberen Bereich vergleichbarer akademischer Berufe.

Zwar unterliegt die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit leider immer noch enormen Schwankungen - zwischen penibel genauen 40h mancher Anästhesisten und 70h+ einiger Chirurgen liegen mitunter Welten bei der geleisteten Arbeitszeit.

 

Dennoch kommen alles in allem die meisten auf ein recht angenehmes Grundgehalt - in vielen Fällen gekrönt mit einem Extraplus durch Dienste.

 

 

Einstiegsgehälter

 

Für frische Ärzte an Unikliniken West gilt derzeit nach Marburger Bund Tarif bei einer 42h Woche ein Grundgehalt von 4125€ Brutto pro Monat. Hinzu kommen Ausgleichszahlungen für Überstunden und Dienste, wobei Überstunden häufig auch als Freizeit ausgeglichen werden.

Das Grundgehalt entspricht nach Abzug aller Abgaben knapp 2400€ Netto.

An kommunalen Krankenhäusern gilt für eine 40h ein Gehalt von 3994€, ab 01.01.2014 die Summe 4023€ für die erste Gehaltstufe. Dies entspricht knapp 2300€ Netto nach Abzug aller Abgaben.


Die Zahlen für die kirchlichen Häuser der evangelischen Kirche (Diakonie) und der katholischen Kirche (AVR Caritas) sowie jene der privaten Klinikkonzerne wie Helios, Sana oder Asklepios, sehen ganz ähnlich aus.

 

Hinzu kommen wie gesagt unterschiedliche Zulagen für Dienste und Überstunden, sodass sich das Grundgehalt durchaus um 500€ bis 1500€ Brutto steigern lässt.

 

Hier gehts direkt zur Übersicht über die Tarifverträge des Marburger Bundes -

http://www.marburger-bund.de/tarifpolitik/tarifvertraege

 

 

Überstunden

 

Fakt ist, dass grade an Uniklinik oftmals die Erwartungshaltung vorherrscht, unbezahlte und nicht ausgeglichene Überstunden gehörten zum guten Ton und Selbstvertändnis der Mediziner. Natürlich sollte jedem bewusst sein, dass insbesondere Forschungs-Aktivitäten nahezu immer auch einen hohen Aufwand mit sich bringen, der zeitlich nicht in der Arbeitszeit abgeleistet werden kann.

 

Grundsätzlich sollte sich jedoch bei der derzeigen Stellensituation jeder ernsthaft überlegen, was er mit sich machen lässt und zu wieviel unbezahlter Arbeit er bereit ist, insbesondere wenn es nicht um Forschungsaktivitäten geht.

 

Das hier und da mal eine Überstunde anfällt, ist völlig normal und betrifft schließlich nicht bloß Mediziner. Die Frage nach finanziellem oder freizeitlichem Ausgleich jedoch stellt sich spätestens dann, wenn regelhaft jeden Tag überzählige Stunden anfallen.


Hier sollte und darf es sich niemand mehr gefallen lassen, vertrags- und arbeitsrechtliche widrige Umstände hinzunehmen und Überstunden ohne Ausgleich zu leisten.

 

 

Gehälter im Verlauf

 

Die weitere Entwicklung des Einkommens könnte bei den verschiedenen Möglichkeiten zwischen Klinik und Niederlassung unterschiedlicher kaum sein.

 

Die Gehälter als Fach- und Oberarzt sind in deutschen Kliniken im internationalen Vergleich leider nach wie vor im unteren Bereich angesiedelt. Betrachtet man die Verantwortung und Position als leitende Angstellte, so kommen diese in Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien oder den USA sehr viel besser weg.

 

Teils verdienen Fachärzte in anderen Ländern fast das Doppelte dessen, was an deutschen Kliniken gezahlt wird.


Bei den niedergelassenen Ärzten gibt es immense Schwankungen zwischen den einzelnen Fachbereichen.

So gehören niedergelassene Internisten den den Radiologen im Mittel zu den Spitzenverdienern, wohingegegen Allgemeinmediziner, Pädiater sowie und  Neurologen und Psychiater eher am Ende der Einkommenstabellen liegen.

 

Allerdings gibt es hier auch wieder sehr große regionale Schwankungen bei den Einkommen der niedergelassenen Ärzte. Je mehr Privat-Liquidationen vorgenommen werden können, desto größer sind in der Regel auch die Einnahmen der Praxis.

 

Im Mittel verdienen Ärzte von gut laufenden Praxen etwa zwischen120.000€ bis 150.000€ pro Jahr (Reinertrag). Allgemeinärzte liegen etwa bei 100.000€, Spitzenreiter sind Radiologen und Nuklearmediziner mit über 300.000€ pro Jahr Reinverdienst.