Karriereplanung + Berufsstart

3...2...1...Verantwortung


Nach dem Examen, der Feierei, Urlaub und den bürokratischen Aufwendungen zur Erlangung von Approbation und Arztausweis stellt sich auch die Frage nach der ersten Stelle.

Während für manch einen bereits von Kindstagen an klar ist, Kinderärztin oder Unfallchirurg zu werden, plagen sich andere mit der Wahl der richtigen Fachrichtung auch nach der Approbation noch herum.

 

Die Frage nach dem beruflichen Werdegang sollte durchaus einige Momente der inneren Einkehr und Ruhe zulassen:

schließlich stellt man wichtige Weichen für sein zukünftiges Arbeits- und Berufsleben.

 

Es gilt, ehrlich zu sich selber zu sein und klar zu überlegen, woran man Spaß hat, welche Inhalte einem schon während des Studiums leicht fielen und worin die Stärken liegen.

 

Wer partout mit Patienten wenig zu haben möchte, für den macht eine Stelle in der Inneren Medizin nur wenig Sinn und wird kaum erfüllend sein.

 

 


Stellensituation

 

Dank der derzeitigen Stellensituation - es herrscht nahezu Vollbeschäftigung - hat man in der Tat fast die freie Auswahl zwischen den Fachrichtungen.

 

Zwar gibt es einzelne Fächer wie Pädiatrie, Gyn oder auch Dermatologie, bei denen es etwas schwieriger ist vielleicht in den Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg auf Anhieb eine Stelle zu bekommen.

 

Wer aber die Bereitschaft mitbringt, auch im Unland oder in anderen Regionen zu suchen, wird eigentlich immer fündig werden.

 

Besonders günstig ist die Stellensituation aktuell vor allem in der Inneren Medizin, der Chirurgie sowie der Psychiatrie sowie der Allgemeinmedizin.

 

Generell kann man sagen, dass kleinere Kliniken in der Peripherie händeringend Personal suchen! Unikliniken haben erfahrungsgemäß weniger offene Stellen, allerdings sollte man sich bei Interesse auch hier einfach initiativ bewerben!

 

 


Klinik-Karriere, Forschung oder Praxis?

 

Diese drei Möglichkeiten stellen nach wie vor die Hautpwege dar, die sich für den frischen Mediziner nach dem Studium bieten.


Allerdings wachsen zunehmend alternative Berufsfelder in der Gunst der Absolventen kontinuierlich an!

Ob im Healthcare-Management, Consulting, in der Pharmazeutischen Industrie oder im Medizin-Journalismus - Mediziner sind begehrt. Auf Grund des hohen Anspruchs im Studium und der hohen Strukturierung kann eine gewisse Belastbarkeit und Effizienz im Arbeiten vorausgesetzt werden, was Mediziner für viele Berufsfelder attraktiv macht.

 

Dennoch entscheidet sich nach wie vor die große Mehrheit für einen der drei klassischen Wege.

 

Man muss sich bewusst werden, dass man hier durchaus wichtige Stellschrauben dreht, wenn man in das Berufsleben einsteigt. Allerdings ist die Situation heute auch so, dass sehr viel häufiger die Wege und Kliniken gewechselt werden und daher etwaige Fehlentscheidungen keine großen Probleme darstellen.

 

Dennoch: das Wichtigste ist es, gemäß seinen Neigungen und Stärken zu entscheiden. Wer Interesse an der Forschung mitbringt, sollte sich auch vor den vermeintlich hohen Arbeitsbelastungen der Uni-Klinik nicht abschrecken lassen. Denn wirklich gute Forschung wird nur in universitären Einrichtungen oder aber in Forschungsinstituten wie Max-Planck- oder Robert-Koch-Instituten betrieben.

Hier konkurriert man als Mediziner jedoch auch wieder mit zahlreichen anderen Naturwissenschaftlern um die rar gesähten Stellen.

An der Uniklinik man man den Patientenkontakt und die kurative Medizin mit den Forschungsinteressen verbinden.

 

Wer von Wissenschaft und Forschung die Nase voll hat oder keine universitäre Laufbahn anstrebt, der ist idealerweise mit einem peripheren Krankenhaus sehr gut bedient.

Je nach Größe des Hauses kann man hier eine Menge mitnehmen und bekommt häufig ein sehr breites Spektrum an Krankheitsbildern geboten. Anders als in den oft hochspezialisierten Universitäts-Ambulanzen.

 

Zudem fällt hier der Forschungsdruck weg und die Arbeitszeiten sind, meistens, etwas angenehmer.

 

Wer später eine Niederlassung in eigener Praxis anstrebt, für den ist der Weg über ein peripheres Krankenhaus zum Facharzt oftmals der Sinnvollste.

Durch das breite Spektrum an Erkrankungen und Diagnostik können rasch die notwendigen Weiterbildungsziele für den Facharzt erreicht werden, bevor dann später die Niederlassung geplant werden kann.

 

Aber wie schon erwähnt: heutzutage ist es sehr leicht möglich, Stellen zu wechseln und durchaus verschiedene Laufbahnen als Abschnitte miteinander zu kombinieren. So kann sich an einige Jahre der Forschung später auch problemlos eine Niederlassung anschließen.