GKV oder PKV

Holzklasse oder Luxus?


Während im Studium viele entweder noch über die Eltern teil oder mitversichert sind, werden die Karten nach Abschluss des Studiums und mit Eintritt in das Berufsleben neu gemischt:

 

Die Frage nach gesetzlich oder privater Versicherung stellt sich spätestens dann, wenn man mit dem ersten Gehalt über der so genannten Beitragsbemessungsgrenze liegt.

Darunter versteht man jenen Brutto-Jahresverdienst, der es einem ermöglicht, aus der GKV auszutreten und sich privat versichern zu lassen Diese Grenze wird jedes Jahr nach oben angepasst und liegt derzeit (Stand September 2013) bei 52.200€ Bruttoverdienst.

siehe auch hier:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2012/10/2012-10-10-neue-beitragsbemessungsgrenzen.html

 

Die überwiegende Mehrheit der Studenten ist in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenngleich Medizinstudenten auf Grund der oft wohlhabenden Eltern einen größeren Prozentsatz privat Versicherter aufweisen.


All jene, deren Eltern in einem Beamtenverhältis stehen, sind zumeist ohnehin bis Ende des 25., spätestens 27. Lebensjahres über die Eltern in der Beihilfe des Landes oder Bundes mitversichert.

 

 

Was denn nun?

 

Grundsätzlich ist die Frage nach GKV oder PKV keine pauschal mit ja oder nein zu beantwortende Entscheidung.

 

In jedem Fall sollte man sich bewusst machen, dass man als ärztlicher Kollege einen priviligierten Status genießt. Anders als so mancher "normaler" Kassenpatient, muss man in der Regel nicht wochen- oder monatelang auf einen Termin warten, sondern kommt ihn oft innerhalb weniger Tage.

 

Desweiteren können viele private Ressourcen genutzt werden, um Kosten und Termine zu vermeiden.

 

Außerdem können sinnvolle Zusatzversicherungen wie 2-Bett-Zimmer und Chefarztbehandlung, Zahnzusatz oder Krankentagegeld abgeschlossen werden, die bei stationären Aufenthalten einen Privat-Status gewährleisten.

 

Allerdings steigt durch diese Zusatzversicherungen natürlich auch wieder die monatliche Belastung.

 

Es macht durchaus Sinn, die Vorstellung des weiteren Lebenswegs, insbesondere im Hinblick auf geplante oder bereits stattgehabte Familiengründung in die Entscheidung mit einzubeziehen.

 

Wer bereits ein oder mehrere Kinder hat bzw. anstrebt, für den ist die Wahl der GKV auf lange Sicht sicherlich die kostengünstigere Variante.

 

Im Rahmen des eigenen GKV-Tarifs ist es möglich, Familienangehörige wie Kinder mitzuversichern, ohne gesonderte Tarife für diese zu zahlen.

Somit lässt sich bei größeren Familien hier eine Menge Geld sparen!

 

Anders bei den Privaten: hier muss jedes Kind einzelnd versichert werden, was sich bereits bei zwei und mehr Kindern zu einem immensen monatlichen Kostenapparat aufsummiert.

 

 

Sparpotenzial der Privaten

 

Wer hingegegen bereits weiß, dass er keine Kinder haben wird, für den ist es durchaus eine Überlegung wert, sich die privaten Versicherungen näher anzusehen, zumal einige speziell für Ärzte auch sehr gute Tarife anbieten.

 

Desweiteren bietet sich ein grade in den jüngeren Jahren enormes Sparpotenzial, da die monatlichen Beiträge für die privaten Tarife oftmals nur etwa die Hälfte dessen beträgt, was an Pflichtbeitrag (derzeit 14,6% + 0,9%. Bei 4125€ Bruttoeinkommen sind dies 322,88€) für die gesetzliche Kasse aufgewendet werden muss.

 

Allerdings erhöhen sich mit dem Alter die Kosten teils drastisch. Ferner sollte man bedenken, dass vorab eine ausgiebige Gesundheitsprüfung mit zahlreichen Fragen über einen Zeitraum der letzten 5-10 Jahre erfolgt.

Hieraus ergeben sich oftmals dann je nach persönlicher Krankenvorgeschichte deutlich höhere Tarife.